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Gemeinde Schorndorf (Druckversion)

Sieg beim Wettbewerb „Gütesiegel Heimatdorf 2019“

Autor: Gemeinde Schorndorf
Artikel vom 01.10.2019

„Das ist eine große Ehre und Auszeichnung für unsere Gemeinde“, so Schorndorfs Gemeindeoberhaupt zum „Gütesiegel Heimatdorf 2019“, das Finanz- und Heimatminister Albert Füracker am Dienstsitz Nürnberg des Bayerischen Staatsministeriums der Schorndorfer Kommune mit einer weiteren Gemeinde aus der Oberpfalz verliehen hat. „Diese Auszeichnung haben sich die gesamte Bürgerschaft und alle Vereine verdient“, stellte Schmaderer heraus.

Der Wettbewerb „Gütesiegel Heimatdorf“ wurde 2019 zum ersten Mal durchgeführt, begonnen hat er bereits im Mai 2018 mit der Ausschreibung. Nach einer ersten Online-Bewerbungsrunde sowie dem Besuch einer hochkarätigen Jury vor Ort in Schorndorf im Mai 2019, schaffte es Schorndorf weiter in die Endrunde. Dafür qualifizierten sich aus jedem der sieben bayerischen Regierungsbezirke jeweils vier Kommunen. Davon wurden letztendlich im Rahmen der vierten und letzten Bewerbungsstufe wiederum zwei Gemeinden je Regierungsbezirk tatsächlich prämiert. Am Montag ging im Heimatministerium der Festakt über die Bühne und die Schorndorfer Delegation durfte sich neben dem entsprechenden Gütesiegel zusätzlich über eine Geldprämie in Höhe von 60.000 Euro freuen. Aus der Oberpfalz wurde neben Schorndorf noch die Gemeinde Schwarzenbach ausgezeichnet, ebenso die jeweils zwei Gewinner aus den weiteren Regierungsbezirken Nordbayerns (Ober-, Mittel- und Unterfranken). Die restlichen drei Regierungsbezirke aus Südbayern waren am gestrigen Dienstag in München an der Reihe. Mit dabei waren beim Festakt in Nürnberg ebenso die Regierungspräsidenten bzw. deren Vertreter sowie die Bezirksheimatpfleger, für die Oberpfalz Thomas Unger bzw. Dr. Tobias Appl.

Ziel des Wettbewerbs sei es, so Staatsminister Füracker, Gemeinden mit höchster Lebensqualität und besonderem Engagement von Seiten der Kommunalpolitik, der Bürgerschaft sowie der Vereine auszuzeichnen. „Wir schauen aber auch auf pfiffige Ideen als nächsten Schritt mit Blick in die Zukunft“, sagte Füracker mit Verweis auf die zu verwendende Geldprämie. Mit dem Gütesiegel werde bewusst der ländliche Raum in den Fokus genommen, „damit Menschen gerne dort bleiben oder dort hinziehen“. Im Sinne des in der bayerischen Verfassung verankerten Grundsatzes der „gleichwertigen Lebensbedingungen“ nehme die Heimatpolitik in Bayern einen hohen Stellenwert ein, „und hat damit Vorbildcharakter gefunden bis hinauf zur Bundesebene“. Der ländliche Raum sei noch nie so attraktiv gewesen, unterstrich Finanz- und Heimatminister Albert Füracker mit Verweis auf Geburtenboom, Zuzug und sinkende Arbeitslosenzahlen. Das Ministerium versuche weiterhin neue Akzente in der Heimatpolitik zu setzen, „Heimat muss Zukunft haben“. Mit klugen Köpfen, engagierten Bürgern und Kommunalpolitikern sowie mutigen Unternehmen im ländlichen Raum sehe er dieser Aufgabe optimistisch entgegen. Am Dorf sei Gott sei Dank vieles noch selbstverständlich, „Bürger und Vereine prägen und gestalten dörfliches Leben“. Jeder, er sich einbringe, habe das empfinden selber etwas davon zu haben, „dass auch wieder etwas zurückkommt“.

Das Heimatministerium habe sich bewusst für ein aufwändiges, vierstufiges Auswahlverfahren entschieden, „weil wir objektiv sein wollen“. Es habe nicht der Minister die Entscheidung getroffen, sondern eine Jury mit Fachleuten. Bayerweit nahmen 150 Bewerberkommunen teil. „Die Geldprämien werden rasch überwiesen werden“, versprach Füracker, „und wir unterstützen die Kommunen gerne beim nächsten Schritt“. Die Verwendung der Prämie soll zur weiteren unmittelbaren Verbesserung der Lebensbedingungen vor Ort einen Beitrag liefern. Fürackers Wunsch abschließend: „Motivieren Sie andere, es lohnt sich für die Heimat einzusetzen“.

Laudatio

Im Auftrag des Oberpfälzer Regierungspräsident Axel Bartelt übernahm Thomas Unger die Laudatio. „Die Gemeinde hat in den letzten zwei Jahrzehnten beispielhaft mit viel Eigeninitiative, Herzblut, Investitionsmut und Zukunftsvertrauen den Ausbau ihrer Infrastruktur und ihres Ortsmittelpunktes vorangetrieben“. Schorndorf könne als Musterbeispiel genannt werden, wie die Revitalisierung und Attraktivitätssteigerung von Ortszentren durch geschickte Verzahnung kommunaler und privater Projekte und Initiativen auch ohne große staatliche Fördermaßnahmen möglich sei. Deutlich werde dies u.a. anhand des Neubaus des Rathauses Anfang der 2000er Jahre, welcher maßgeblich dazu beigetragen habe, die Aufenthaltsqualität in der Ortsmitte zu steigern. Bemerkenswert sei dabei auch das Konzept der Mehrfachnutzung des Gebäudes mit diversen Firmen und Dienstleistungsanbietern. „Gerade in Zeit der Diskussion um den zunehmenden Flächenverbrauch ein lobenswertes Konzept“, so Unger weiter.

Während vielerorts versucht werde, viel befahrene Durchgangsstraßen aus den Orten hinaus in die Landschaft zu verlagern, „hat sich die Gemeinde Schorndorf bewusst gegen derartige Anstrengungen entschieden“. In Schorndorf lebe man mit, aber auch von der Staatsstraße und schätze ihre Wirkung als Frequenzbringer für die örtlichen Einrichtungen und Gewerbetreibenden. Die Anzahl an Einrichtungen und Angeboten des täglichen Bedarfs sei für eine Gemeinde mit knapp 3000 Einwohnern beeindruckend. Auch die zahlreichen Freizeiteinrichtungen und kulturellen Möglichkeiten sowie die umfassenden Angebote der Kinder- und Seniorenbetreuung würden Schorndorf zu einer Gemeinde mit überdurchschnittlicher Lebensqualität machen. Unger weiter: „Bemerkenswert ist auch, dass die Gemeinde seit Jahren durch Eigeninvestitionen bewusst überdurchschnittlich attraktive Infrastrukturangebote für ihre Bevölkerung schafft, die über die Standardvorgaben hinausgehen“. Die positive Entwicklung Schorndorfs und das überörtlich bedeutende Angebot an Einrichtungen der Daseinsvorsorge habe im Übrigen dazu geführt, dass die Gemeinde zusammen mit der Nachbarkommune Traitsching im Zuge der letzten Regionalfortschreibung als „Grundzentrum“ hochgestuft werden konnte.

In der Gemeinde Schorndorf werde das gemeinsame Zusammenleben von Jung und Alt groß geschrieben, dies zeige sich einmal mehr bei der Verwendung der Prämie des Wettbewerbs. In direkter Nachbarschaft zur bestehenden Senioren-Wohnresidenz und barrierefreien Wohnanlage soll durch Abriss und Nachnutzung eines Gebäudeleerstandes inmitten des Ortes eine attraktive Freifläche mit Grünanlagen bzw. Parkbänken und ein Gebäude mit ambulanter Tagespflege sowie barrierefreien altersgerechten Mehrgenerationenwohnungen entstehen. Vorgesehen seien darin auch Gemeinschaftsräume, welche Bürgern und Vereinen für Veranstaltungen, Feiern oder regelmäßige Treffen zur Verfügung stehen. „Durch das Neubauprojekt kann das Angebot für Senioren ausgebaut werden“, so Unger, „gleichzeitig wird ein zentraler Treffpunkt für alle Bürger geschaffen, der die Ortsmitte auch als sozialen Ortsmittelpunkt weiter stärkt und aufwertet“. Das Projekt zeige auf beeindruckende Weise, wie es gelingen kann, eine lebendige und moderne Ortsmitte mit bürgernahen Angeboten für verschiedene Bevölkerungsgruppen zu schaffen.

Die offizielle Pressemitteilung des Bayerischen Staatministeriums der Finanzen und für Heimat kann hier eingesehen werden.
 

Impressionen des Festaktes

http://www.gemeinde-schorndorf.de//de/unsere-gemeinde/aktuelles-aus-schorndorf/